Digitale Gesellschaft – Ausstellung der Projekte zum Wissenschaftsjahr 2014

Ausstellung der Kommunikationsdesign-Studierenden der Muthesius Kunsthochschule zum Thema „Digitale Gesellschaft” vom 23. bis 25. Juli 2014. Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, spricht am 24.7.2014 um 14 Uhr im Kesselhaus der Kieler Kunsthochschule.

Das Wissenschaftsjahr 2014 widmet sich der digitalen Revolution und ihren Folgen für unsere Gesellschaft. Studierende des Kommunikationsdesigns und Tom Duscher, Professor für Interaktive Medien, nahmen dies zum Anlass, sich mit dem Thema  „Digitale Gesellschaft” auseinanderzusetzen und eine eigene Interpretation der Thematik zu schaffen. Die Arbeiten, die im Rahmen der Jahresausstellung der Kunsthochschule in Kiel vom 23. bis 25. Juli gezeigt werden, stellen die Fragen: Wie sehen sich zukünftige Kommunikations- und Mediendesigner in einer digitalen Gesellschaft? Wie gehen sie als die viel beschworen Digital Natives mit der von NSA-Skandal und Datenmissbrauch überschatteten Medienwirklichkeit um? Die Ohnmacht angesichts der Dimension der immer neuen Enthüllungen war auch in der Gruppe deutlich zu spüren und so war die zentrale Frage, welche Rechte und Forderungen eine digitale Gesellschaft für sich beanspruchen müsste.Zum Beispiel untersuchte Manuel Reitz in seiner Arbeit „News Stream”, wie stark sich die öffentliche Aufmerksamkeit zum NSA Skandal in den Artikeln auf Spiegel Online widerspiegelt. Es entstand eine aufschlussreiche Datenvisualisierung, die eindrucksvoll verdeutlicht, wie dieses Thema mehr als jedes andere die Leserschaft beschäftigt. Um so erstaunlicher, dass daraus keine deutlichere Forderung der Bevölkerung an die Politik entstanden ist. Celina Golz und Talea Büscher entwickelten eine Zeitung, die sie speziell für das veränderte Rezeptionsverhalten der Digital Natives gestaltet haben: Viel Grafik, wenig Text, schnell, aber auch oberflächlich in der Kommunikation.  Was also bedeuten diese aktuellen Entwicklungen für die Mediengestaltung von morgen? Der Social Media Hype der vergangen Jahre ist einem skeptischen Realismus gewichen. Aus ‚Digital Naives‘ sind ‚Digital Responsibles‘ geworden. Wie sollen Designer noch frei gestalten, wenn sie permanent den Missbrauch von Daten und Medien und damit auch den Missbrauch ihrer eigenen Arbeiten befürchten müssen? Die Forderung lautet: Eine digitale Gesellschaft muss den grundrechtlichen Schutz ihrer Daten als Persönlichkeitsrecht einfordern. Nur so können Designer das Netz und die Medien auch in Zukunft frei und optimistisch gestalten.Dieser Diskurs muss weitergeführt und zu den politisch Verantwortlichen getragen werden. Deswegen freuen wir uns sehr, dass Dr. Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein, anlässlich der Ausstellung am 24.7.2014 um 14 Uhr einen Vortrag mit dem Titel: „Warum Massenüberwachung gefährlich ist für unsere persönliche Freiheit” an der Muthesius Kunsthochschule halten wird.Eine Auswahl der ausgestellten Arbeiten:
News-Stream von Manuel Reitz
Digital Immigrant/Digital Native von Celina Golz und Talea Büscher
Dablju von Katja Duwe
BPY-Beats per Year von Gerrit Hoffschulte
Digitale Gesellschaft- Motionspots von Stephan Schakulat
Unconscious Data von Jan Jensen und Florian ScheskePoster_EinblickAusblick

18.08.2014 , ,

Interaktive Medien

 

Das Lehrgebiet Interaktive Medien setzt sich mit den konzeptionellen, kommunikationsspezifischen und technischen Gestaltungsfragen der interaktiven und vernetzten Medien auseinander.
Dabei wird in Seminaren und Projekten auf die Ästhetik und Semiotik digitaler Medien eingegangen und deren Interaktionsprinzipien analysiert. In interdisziplinären Projekten werden verschiedene mediale Inszenierungsformen erprobt, von Informationsdesign und vernetzten Applikationen über Animation und Motion Graphics bis hin zu medientechnologischen Installationen.
Neue Interaktionskonzepte beschränken sich nicht mehr allein auf das Bedienen der Schnittstellen zu Computern, sie werden zunehmend von einer Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns geprägt. Neue, soziale Vernetzungsstrategien führten zu einer Umkehrung klassischer Kommunikationsmodelle, aus den Empfängern wurden selbst Sender. Welchen weiteren Einfluss wird diese neue Form des Publizierens auf unser Kommunikationsverhalten und unsere Gesellschaft haben? Damit will sich das Lehrgebiet kritisch und kreativ auseinandersetzen. Bei einer späteren Schwerpunktbildung kann man sich in Projektarbeiten vertiefend mit den Gestaltungsmöglichkeiten interaktiver Medien beschäftigen und das Bachelor-Studium mit einer Thesis im Lehrgebiet Interaktive Medien abschließen.

MASTER-STUDIUM „INTERAKTIVES INFORMATIONSDESIGN”

Nach einem Bachelorstudium kann an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Master-Schwerpunkt „Interaktives Informationsdesign“ studiert werden. Interaktive Informationsgestaltung beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung auf Monitoren, sondern kann auf vielfältige Weise in die Gestaltung und Inszenierung öffentlicher Informationsräume integriert werden. Und dadurch an Emotionalität und Erfahrbarkeit hinzugewinnen. Als Installation oder Interaktionskonzept tritt sie in Wechselwirkung mit realen Objekten, wird zum Vermittler zwischen Betrachter und Artefakt, wird selbst zur Raumgestaltung.
In diesem Kontext bietet das Informationsdesign eine interdisziplinäre Schnittstelle und knüpft damit an andere Master-Programme des Kommunikationsdesigns und der Muthesius Kunsthochschule an. Dadurch können weitreichende Synergien genutzt und geschaffen werden.

Fragen?
Prof. Tom Duscher T 0431 – 5198-478