Die genetische Programmierung des Menschen

Er steckt in uns allen und gilt als das Programm, das uns ausmacht: Der genetische Code. Ist er wirklich die Essenz des Individuums, der Ursprung der Identität und die Definition des Selbst schlechthin?

«Das moderne Konzept des Genes hat dazu geführt, dass der Körper selbst nicht als eine Gegebenheit betrachtet wird, sondern – vergleichbar mit dem Computer – als ein Satz von Anweisungen, als ein Programm, das von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird.» Christina von Braun

Das Zitat von Christina von Braun bringt die Verunsicherung des modernen Menschen zum Ausdruck, der neben allen hilfreichen und bereichernden Aspekten der technologischen Entwicklung auch die Bedrohung durch Gentechnologie wahrnimmt. Veränderte Bedingungsfaktoren des menschlichen Schicksals und der eigenen Reproduzierbarkeit sowie gesellschaftliche Auswirkungen werfen Fragen auf: Was kennzeichnet unsere Individualität neben der rein datenanalytischen Betrachtung? Werden sich in Zukunft Wunschprojektionen als Programmierung realer Körper realisieren lassen? Was ist, wenn unsere Einzigartigkeit einfach weggeklont wird? Wenn sich unser Ich potenziert, ein zweites Ich auf den Plan tritt, ein Alter Ego aus gleichem Fleisch und Blut mit gleichem Aussehen? Sind diese Fragen, die ein kontroverser Wissenschaftsbereich wie die Gentechnologie sie aufwirft, gänzlich neu?

Körperbilder

Die inhaltliche Auseinandersetzung, die ICH² mit der Thematik führt, geht also von einer Fragestellung aus, welche die Menschheit schon immer bewegte. Eine bekannte Verdopplungsproblematik kehrt mit bislang unbekanntem Möglichkeitsspielraum für die künstliche Erschaffung oder Perfektionierung des Menschen auf einem neuen Forschungsstand wieder.

Die intermediale Tanzinszenierung berücksichtigt neben neuesten Forschungen verschiedene Erscheinungsformen einer Begegnung mit dem anderen Ich: im Traum und im Schatten sowie Projektionsmedien vom Spiegel über den Film bis zur digitalen Bildtechnologie. Das Theater, das der Körper selbst auf dem Schauplatz des Unbewussten und der Projektionen spielt, geht in den real existierenden, virtuell entgrenztem Bühnenraum ein. Welche Kunstform wäre hier besser geeignet, dieses „Schauspiel“ zu versinnlichen, als der Tanz? Gegenwartstanz greift als Bewegungskunst der Körper auf neueste Medientechnologien zurück, durch die eine Durchdringung von Virtualität und Realität beschleunigt wird.

 

CREDITS

Choreography
Mario Schröder

Dancers
Tina Slabon, Lisa Mona Holy May (First season), Isis Calil de Albuquerque (Second season)

Dramaturgy
Mario Schröder, Petra M. Meyer, Tom Duscher

Concept and Script
Student-Team: Alexander Brauch, Jens Ewald, Michel Magens, Patrick Müller, Andreas Meyen, Timo Schuhmacher, Martin Sperling

Visual Design and Realisation
Alexander Brauch, Christian Engler, Jens Ewald, Michel Magens, Patrick Müller (Support: Timo Schuhmacher, Andreas Meyen)

Motion Tracking / V4-Programming
Christian Engler, Jens Ewald, Heinrich Löwe

Music Arrangements
Sven Lütgen

Stagedesign
Manuel Klauser und Jan Reiss

Authors
Maike Brzakala, Michael Ebert-Hanke, Arne Rautenberg

Technical Research
Christian Engler, Muthesius college of art, Dipl. Inf. Markus Schack, FH Kiel/centre for multimedia

Projectmanagement
Maike Brzakala and Tom Duscher, project management Muthesius college of art, Thomas Hörath, public relations ballet Kiel

13.11.2006

Interaktive Medien

 

Das Lehrgebiet Interaktive Medien setzt sich mit den konzeptionellen, kommunikationsspezifischen und technischen Gestaltungsfragen der interaktiven und vernetzten Medien auseinander.
Dabei wird in Seminaren und Projekten auf die Ästhetik und Semiotik digitaler Medien eingegangen und deren Interaktionsprinzipien analysiert. In interdisziplinären Projekten werden verschiedene mediale Inszenierungsformen erprobt, von Informationsdesign und vernetzten Applikationen über Animation und Motion Graphics bis hin zu medientechnologischen Installationen.
Neue Interaktionskonzepte beschränken sich nicht mehr allein auf das Bedienen der Schnittstellen zu Computern, sie werden zunehmend von einer Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns geprägt. Neue, soziale Vernetzungsstrategien führten zu einer Umkehrung klassischer Kommunikationsmodelle, aus den Empfängern wurden selbst Sender. Welchen weiteren Einfluss wird diese neue Form des Publizierens auf unser Kommunikationsverhalten und unsere Gesellschaft haben? Damit will sich das Lehrgebiet kritisch und kreativ auseinandersetzen. Bei einer späteren Schwerpunktbildung kann man sich in Projektarbeiten vertiefend mit den Gestaltungsmöglichkeiten interaktiver Medien beschäftigen und das Bachelor-Studium mit einer Thesis im Lehrgebiet Interaktive Medien abschließen.

MASTER-STUDIUM „INTERAKTIVES INFORMATIONSDESIGN”

Nach einem Bachelorstudium kann an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Master-Schwerpunkt „Interaktives Informationsdesign“ studiert werden. Interaktive Informationsgestaltung beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung auf Monitoren, sondern kann auf vielfältige Weise in die Gestaltung und Inszenierung öffentlicher Informationsräume integriert werden. Und dadurch an Emotionalität und Erfahrbarkeit hinzugewinnen. Als Installation oder Interaktionskonzept tritt sie in Wechselwirkung mit realen Objekten, wird zum Vermittler zwischen Betrachter und Artefakt, wird selbst zur Raumgestaltung.
In diesem Kontext bietet das Informationsdesign eine interdisziplinäre Schnittstelle und knüpft damit an andere Master-Programme des Kommunikationsdesigns und der Muthesius Kunsthochschule an. Dadurch können weitreichende Synergien genutzt und geschaffen werden.

Fragen?
Prof. Tom Duscher T 0431 – 5198-478