Wie klingt der Mikrokosmos?

Die bizarre Welt des Mikrokosmos ist wohl jedem bekannt: Die Milbe, die aussieht wie ein riesiges Monster, das Elektron, das um den Atomkern kreist wie ein Planet um die Sonne, oder ein Pantoffeltierchen, das auf einmal zwei ist.

Doch wie klingt der Mikrokosmos?

Mikrosia ist eine Reise in die Klangwelt des Mikrokosmos. Es ist ein Computerspiel ohne Ziel, dass den Spieler zum Forscher werden lässt, der in eine imaginäre Pflanzenzelle eintaucht um dort das audiovisuelle Verhalten der einzelnen Zellteilchen zu erkunden. Hat er herausgefunden wie die einzelnen Teilchen funktionieren (für Ungeduldige gibt es eine on screen Hilfe), kann der Spieler mit den Teilchen experimentieren und durch deren Zusammenspiel immer wieder neue audiovisuelle Kompositionen entdecken und erleben.

Technik

Mikrosia wurde in c++ programmiert. Als Schnittstelle zur Grafik- und Soundhardware wurde DirectX gewählt.
Im Kern von Mikrosia steckt ein FM-Synthesizer mit 3 Operatoren, einem Rauschgenerator und zusätzlichen Sägezahnoszillator. Die FM-Synthese (FM = Frequenz Modulation) basiert auf Sinusoszillatoren die sich gegenseitig in ihrer Frequenz modulieren. Wird die Frequenz eines Oszillators durch eine Sinusschwingung mit geringer Frequenz moduliert, hören wir den Ton des Oszillators „leiern“, es entsteht ein Vibrato. Wird des Oszillator jedoch mit einer hohen Frequenz in seiner Frequenz moduliert, „vibriert“ der erzeugte Ton nicht, sondern der Klangfarbe des Tones werden neue Obertöne hinzugefügt, es entsteht ein neuer Klang.

Der FM-Synthesizer erzeugt bis auf die Sounds der Chloroplasten, welche vorgefertigte Samples sind, jeden Klang, der in Mikrosia zu hören ist.

Zusätzlich zu dem Synthesizer wurde noch ein Echoeffekt, der über das blaue Modularteilchen den Klangteilchen hinzugefügt werden kann, programmiert. Die anderen Modularteilchen in der Zelle verändern die Parameter des FM-Synthesizers.

17.11.2007

Interaktive Medien

 

Das Lehrgebiet Interaktive Medien setzt sich mit den konzeptionellen, kommunikationsspezifischen und technischen Gestaltungsfragen der interaktiven und vernetzten Medien auseinander.
Dabei wird in Seminaren und Projekten auf die Ästhetik und Semiotik digitaler Medien eingegangen und deren Interaktionsprinzipien analysiert. In interdisziplinären Projekten werden verschiedene mediale Inszenierungsformen erprobt, von Informationsdesign und vernetzten Applikationen über Animation und Motion Graphics bis hin zu medientechnologischen Installationen.
Neue Interaktionskonzepte beschränken sich nicht mehr allein auf das Bedienen der Schnittstellen zu Computern, sie werden zunehmend von einer Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns geprägt. Neue, soziale Vernetzungsstrategien führten zu einer Umkehrung klassischer Kommunikationsmodelle, aus den Empfängern wurden selbst Sender. Welchen weiteren Einfluss wird diese neue Form des Publizierens auf unser Kommunikationsverhalten und unsere Gesellschaft haben? Damit will sich das Lehrgebiet kritisch und kreativ auseinandersetzen. Bei einer späteren Schwerpunktbildung kann man sich in Projektarbeiten vertiefend mit den Gestaltungsmöglichkeiten interaktiver Medien beschäftigen und das Bachelor-Studium mit einer Thesis im Lehrgebiet Interaktive Medien abschließen.

MASTER-STUDIUM „INTERAKTIVES INFORMATIONSDESIGN”

Nach einem Bachelorstudium kann an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Master-Schwerpunkt „Interaktives Informationsdesign“ studiert werden. Interaktive Informationsgestaltung beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung auf Monitoren, sondern kann auf vielfältige Weise in die Gestaltung und Inszenierung öffentlicher Informationsräume integriert werden. Und dadurch an Emotionalität und Erfahrbarkeit hinzugewinnen. Als Installation oder Interaktionskonzept tritt sie in Wechselwirkung mit realen Objekten, wird zum Vermittler zwischen Betrachter und Artefakt, wird selbst zur Raumgestaltung.
In diesem Kontext bietet das Informationsdesign eine interdisziplinäre Schnittstelle und knüpft damit an andere Master-Programme des Kommunikationsdesigns und der Muthesius Kunsthochschule an. Dadurch können weitreichende Synergien genutzt und geschaffen werden.

Fragen?
Prof. Tom Duscher T 0431 – 5198-478