Bildung Digital?! – Dokumentation des Projektseminars

Der „DigitalPakt Schule“ zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Ländern soll die Voraussetzungen für eine gute technische Infra­struktur in den Schulen schaffen – und diese Investition ist längst überfällig. Doch wer entwickelt und gestaltet die Inhalte, die auf dem neuen, technischen Equipment gezeigt und verwendet werden sollen? Wie steht es überhaupt um den Einsatz digitaler Medien im Lernkontext? Diese und einige weitere Fragestellungen haben wir in dem Projektseminar „Bildung Digital?!” untersucht und in einer Dokumentation zusammengefasst, die sie hier downloaden können: Bildung Digital?! – Projektdokumentation

Meistens wird mit Digitalisierung die Technik in Verbindung gebracht, Hardware, Systemik und funktionale Programmierung. Oft ist mit Digitalisierungsprozessen die Effizienzsteigerung und Optimierung in den be­triebs­wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Abläufen und Wertschöpfungsketten gemeint. Man assoziiert mit dem Begriff Automatisierung und Machine Learning. Das stellt für mich aber nur einen Aspekt der Digitalisierung dar, denn die digitalen Infrastrukturn müssen auch akzeptiert, verstanden und vor allem inhaltlich gestaltet werden. 

Dabei ist der Designprozess sowohl in der Konzeption als auch in der visuellen Gestaltung von Bildungsmedien ein entscheidender Faktor, der über die Akzeptanz wie auch über die Vermittlungs- und Lernqualitäten mitentscheidet. Denn Bildung ist mehr als die reine Wissensaneignung, und im Zuge der Digitalisierung entwickeln sich maßgebliche gesellschaftliche und individuelle Anforderungen sowie Veränderungen. Deswegen kann und sollte es für die Entwicklung neuer, digital unterstützter Lehrkon­zepte zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Pädagog*innen und Mediendesigner*innen kommen.

Im Studienschwerpunkt „Interaktives Informationsdesign” an der Muthesius Kunsthochschule beschäftigen wir uns damit, wie Informationen durch interaktive und vernetzte Medien so gestaltet werden können, dass komplexe und umfangreiche Inhalte besser verstanden werden. Vor allem in der Wissenschaftskommunikation ergaben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte und Lösungsansätze, die es sich zum Ziel gesetzt haben, wissenschaftliche Themen neu und mit Hilfe von Informationsdesign und Visualisierungen zu vermitteln. 

Als der Digitalpakt im Mai 2019 beschlossen wurde, stellte sich daher sofort die Frage nach den schulischen Lerninhalten: Welche Medien sollen dann – wenn die Infrastrukturen geschaffen sind – zum Einsatz kommen, um tatsächlich die Vorteile interaktiver und vernetzter Medien für die Ausbildung zu nutzen? Wer entwickelt diese Medien? Oder ist es im Sinne einer echten und nachhaltigen Medienkompetenz sogar notwendig, dass die Schüler*innen selbst eigene Applikationen und Medien entwickeln lernen?

In dem hier dokumentierten Projektseminar „Bildung Digital?!” sollten die teilnehmenden Studierenden umfassend und kritisch den aktuellen Stand der interaktiven Bildungs-Apps recherchieren und selbst erste Ideen und Visionen entwickeln, wie zum Beispiel naturwissenschaftliche Fächer mit Hilfe von interaktiven Medien, AR, VR und Co. neu und spannend unterrichtet werden können. Unser Fokus lag auf experimentellen Lernformaten, die eine gelungene Kombination aus klassischem Unterricht und digitalen, vernetzten Medien herstellten. Sie können die vollständige Dokumentation hier als PDF downloaden.

30.01.2020 , ,

Interaktive Medien

Das Lehrgebiet Interaktive Medien setzt sich mit den konzeptionellen, kommunikationsspezifischen und technischen Gestaltungsfragen der interaktiven und vernetzten Medien auseinander.
Dabei wird in Seminaren und Projekten auf die Ästhetik und Semiotik digitaler Medien eingegangen und deren Interaktionsprinzipien analysiert. In interdisziplinären Projekten werden verschiedene mediale Inszenierungsformen erprobt, von Informationsdesign und vernetzten Applikationen über Animation und Motion Graphics bis hin zu medientechnologischen Installationen.
Neue Interaktionskonzepte beschränken sich nicht mehr allein auf das Bedienen der Schnittstellen zu Computern, sie werden zunehmend von einer Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns geprägt. Neue, soziale Vernetzungsstrategien führten zu einer Umkehrung klassischer Kommunikationsmodelle, aus den Empfängern wurden selbst Sender. Welchen weiteren Einfluss wird diese neue Form des Publizierens auf unser Kommunikationsverhalten und unsere Gesellschaft haben? Damit will sich das Lehrgebiet kritisch und kreativ auseinandersetzen. Bei einer späteren Schwerpunktbildung kann man sich in Projektarbeiten vertiefend mit den Gestaltungsmöglichkeiten interaktiver Medien beschäftigen und das Bachelor-Studium mit einer Thesis im Lehrgebiet Interaktive Medien abschließen.

MASTER-STUDIUM „INTERAKTIVES INFORMATIONSDESIGN”

Nach einem Bachelorstudium kann an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Master-Schwerpunkt „Interaktives Informationsdesign“ studiert werden. Interaktive Informationsgestaltung beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung auf Monitoren, sondern kann auf vielfältige Weise in die Gestaltung und Inszenierung öffentlicher Informationsräume integriert werden. Und dadurch an Emotionalität und Erfahrbarkeit hinzugewinnen. Als Installation oder Interaktionskonzept tritt sie in Wechselwirkung mit realen Objekten, wird zum Vermittler zwischen Betrachter und Artefakt, wird selbst zur Raumgestaltung.
In diesem Kontext bietet das Informationsdesign eine interdisziplinäre Schnittstelle und knüpft damit an andere Master-Programme des Kommunikationsdesigns und der Muthesius Kunsthochschule an. Dadurch können weitreichende Synergien genutzt und geschaffen werden.

Fragen?

Prof. Tom Duscher
T 0431 / 5198 – 478, E td@muthesius.de