In der heutigen Kommunikationsgesellschaft sind wir nicht nur von unfassbar vielen Daten und komplexen wissenschaftlichen Themen umgeben, sondern auch von Falschinformationen, KI-generierten Inhalten und nicht überprüften Informationen. Um hier noch den Überblick zu behalten und vertrauenswürdige von manipulativer Kommunikation zu unterscheiden, braucht es mehr als bloße Darstellung. Es braucht Gestaltung, die kritisches Denken fördert, Lust macht, Neues zu entdecken, und ästhetische Wirkung nutzt, um tiefere Auseinandersetzung zu ermöglichen.
Im Masterprogramm „Interaktives Informationsdesign“ an der Muthesius Kunsthochschule beschäftigen wir uns damit, wie man neueste Technologien nutzt oder auch bewusst nicht nutzt, um überzeugende Visualisierungen und Informationsdesigns zu kreieren.
Unser Ziel: Informationen so zu gestalten, dass sie verständlich, ästhetisch und erkenntnisfördernd sind.
Im Masterschwerpunkt studiert eine kleine Gruppe von maximal 15 Personen mit unterschiedlichem Background aus Kommunikationsdesign, Fotografie, Interfacedesign oder anderen Disziplinen. Diese Diversität ermöglicht intensive Diskussionen und eine tiefe Auseinandersetzung mit individuellen Projektideen, die oft wissenschaftliche oder komplexe gesellschaftliche Themen neu und ungewöhnlich vermitteln. Wir setzen dabei auf das, was man als Artistic Intelligence bezeichnen kann: eine gestalterische Intelligenz, die nicht algorithmisch operiert, sondern ästhetische Entscheidungen trifft, Kontexte herstellt und Bedeutungen konstruiert. Anders als generative KI fragt sie nicht nur, was technisch möglich ist, sondern was sinnvoll, verständlich und vertrauenswürdig ist. Alle Projekte werden experimentell und als Forschungshypothesen über wirksame visuelle Kommunikation entwickelt. In diesem Sinne betreiben wir Designforschung nach dem Ansatz „Research Through Design“.
Das Studium ist wie alle Masterschwerpunkte der Muthesius Kunsthochschule auf 4 Semester angelegt, wobei das 4. Semester ausschließlich zur Erstellung der Abschlussthesis genutzt werden soll.
IHRE BEWERBUNG:
Es gelten die Bewerbungsunterlagen des MA Kommunikationsdesigns, diese finden Sie hier. Markieren Sie „Kommunikationsdesign” und nennen Sie in Ihrem Motivationsschreiben explizit den Masterschwerpunkt „Interaktives Informationsdesign”.
Sollten sie noch weitere Fragen haben, wenden sie sich bitte direkt an Prof. Tom Duscher.
Interview im Designmagazin PAGE zum Studium „Informationsdesign”.
Inhalte des Masterschwerpunkts
Wenn man Informationen nicht nur statisch betrachtet, ergeben sich viele neue Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns. Interaktivität ermöglicht es, Informationen zu filtern, Perspektiven zu wechseln und individuelle Auswahlen zu treffen. Damit lässt sich auch nachvollziehen, wie Daten zustande kommen und interpretiert werden. In einer Zeit, in der KI-Systeme Inhalte generieren, deren Herkunft oft unklar bleibt, wird diese Nachvollziehbarkeit zu einer Vertrauensfrage. Hinzu kommt, dass dynamische Informations- und Wissensvisualisierungen sich auf aktuelle Werte in Echtzeit beziehen können und somit die Dynamik unserer schnelllebigen Gesellschaft am besten ausdrücken. Doch gerade hier stellt sich die Frage: Wie gestalten wir transparente und verständliche Schnittstellen zu algorithmischen Prozessen, ohne die Komplexität zu verschleiern oder blind zu vertrauen?
Wir experimentieren hierzu mit neuesten Technologien wie Augmented und Virtual Reality, ebenso wie mit der Neuinterpretation von klassischen Medien wie interaktive Poster und räumliche Installationen. Besonders interessiert uns die Physikalisierung von Daten, also die Übersetzung abstrakter Informationen in haptische, räumliche oder materielle Erfahrungen, die ein körperliches Verstehen ermöglichen und Daten sinnlich erfahrbar machen. Dabei befassen wir uns auch mit KI-gestützten Werkzeugen, aber nicht als black box, sondern als gestaltbares Material, dessen Einsatz wir bewusst reflektieren und entscheiden. Wir sind dabei kritisch, aber auch aufgeschlossen und neugierig.
Designerinnen und Designer, die es verstehen, komplexe Wissensthemen zu gestalten, sind auch in Zukunft sehr gefragte Spezialist:innen in Wirtschaft, Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation. In einer Zeit von KI-generierten Inhalten und Falschinformationen braucht es Gestalter:innen, die komplexe Zusammenhänge verständlich, transparent und vertrauenswürdig visualisieren können und die Beurteilungsfähigkeit besitzen, kreative und ästhetische Gegenentwürfe zur generativen KI zu entwickeln. Es geht darum, neue Einblicke in Wissensthemen zu ermöglichen und durch ästhetische Wirkung zu einem tieferen Verstehen beizutragen.
Absolvent:innen arbeiten als Informationsdesigner:innen, Motion Designer:innen oder Wissenschaftskommunikator:innen. Sie entwickeln interaktive und physikalisierte Visualisierungen und gestalten kommunikative Räume in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur.
Die Visualisierung von Leon Held zeigt, zu welchen Themen in den letzten Jahren Projekte entstanden sind und in welche Genres sie sich einteilen lassen.
SO BEWERBEN SIE SICH:
Es gelten die Bewerbungsunterlagen des MA Kommunikationsdesigns, diese finden Sie hier. Kreuzen Sie „Kommunikationsdesign” an und nennen Sie bitte in Ihrem Motivationsschreiben explizit den Masterschwerpunkt „Interaktives Informationsdesign”.
Sollten sie noch weitere Fragen haben, wenden sie sich bitte direkt an Prof. Tom Duscher.
Weitere Infos auch im Interview im Designmagazin PAGE zum Studium „Informationsdesign”.
Impressionen von Jahresausstellungen und Projeken im Studienschwerpunkt Interaktive Medien:
Im Experimentalraum der Hochschule lassen sich hervorragend räumliche Installationen und Szenen entwickeln.








