Unsere Biennale-Exkursion nach Venedig verbanden wir mit einer Studienreise zum Küstenschutz der einzigartigen Lagunenstadt. Dr. Luca Zaggia vom Istituto di Geoscienze e Georisorse (CNR-IGG) erläuterte uns vor Ort die Wechselwirkungen zwischen dem MO.S.E. Flutbarrierensystem, der Hydrodynamik der Lagune und ihrer Biodiversität. Im noch nicht eröffneten Biodiversity Gateway in der Biblitheca di Studi Adriatici gab er Einblicke in die laufende Forschung zu Gezeitenströmungen und ökologischen Dynamiken.
Den stärksten Eindruck hinterließ jedoch der Abend: Wie es der Zufall will, löste eine Hochwasserwarnung von 130 cm über MNN die Aktivierung der MO.S.E.-Barriere aus – wir konnten das System live erleben! Die insgesamt 78 beweglichen Barrieren kosteten rund 6 Milliarden Euro im Bau, jede Aktivierung schlägt mit ca. 300.000 € zu Buche. Wie lange das System trägt, ist ungewiss: Der IPCC AR6 projiziert unter mittleren Szenarien bis zu 1 m Meeresspiegelanstieg bis 2100 – MOSE dürfte Venedig damit noch bis etwa 2075 wirksam schützen.
Ein eindrückliches Praxisbeispiel für unsere Masterklasse Interaktives Informationsdesign – und eine wertvolle Inspiration für unsere Zusammenarbeit mit Dr. Claudia Wolf im Projekt RECOAST VISION, in dem wir visuelle Kommunikationsformate für den Küstenschutz entwickeln.
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