Information Design vs. Alternative Facts

In dem Workshop mit dem Wissenschaftsjournalisten Georg Dahm (www.diezumutung.de) untersuchen die Studierenden im Lehrgebiet Interaktives Informationsdesign, wie sich alternative Fakten durch Informationsdesign aufdecken lassen und neues Vertrauen zu den Medien entstehen kann. Wie können Visualisierungen über die reine Faktenvermittlung einer wissenschaftliche Informationsgrafik hinausgehen? Und wie können sie auf emotionaler, sinnlicher Ebene einen Bezug zu Wissenschaft herstellen und damit vertrauensbildend wirken? Weitere Fragestellungen, die in dem Workshop bearbeitet werden:

  • Wie vermeiden wir einen „pädagogischen“ oder „lehrerhaften“ Duktus?
  • Journalistische Aspekte der Recherche: Welche Quellen gelten als vertrauenswürdig?
  • Wie schreibt man ein stimmiges Treatment und inhaltlich ansprechende Texte für Animationsfilme?
  • Wie können Visualisierungen sinnvoll in die Kanäle eingespielt werden, über die heute visuelle Medien wahrgenommen werden, v.a. Soziale Medien
    und wie kann dort eine wirksame Dramaturgie im Sinne eines journalistischen Storytelling aufgebaut werden, z.B. über neue Formate wie „Instagram Stories“?
  • Wie können uns Arbeitstechniken des modernen Startup-Wesens wie Rapid Prototyping oder Design Thinking bei der Entwicklung von publikumswirksamen Visualisierungen helfen?

Referentenbiografie:
Georg Dahm ist Mitgründer des Startups Fail Better Media, das neue Konzepte für den digitalen Journalismus entwickelt und Organisationen und Firmen im Umgang mit dem Medienwandel berät. Für sein Wissenschaftsmagazin “Substanz” (www.substanzmagazin.de) wurde Fail Better u.a. mit dem Lead Award ausgezeichnet und für den Grimme Online Award nominiert. 2017 startete Fail Better Media das von der Bundesregierung geförderte Medienkritikprojekt “Die Zumutung” (www.diezumutung.de), das auf der Frankfurter Buchmesse öffentlich debütierte. Georg Dahm war Redakteur und Blattmacher bei der Financial Times Deutschland und ihren Schwestertiteln Capital, Impulse und Business Punk. Bei der deutschen Ausgabe des New Scientist leitete er bis zu ihrem Ende das Life-Science-Ressort. Der studierte Humanbiologe volontierte bei der Bild, arbeitete als freier Journalist u. a. für National Geographic Deutschland und leitete drei Jahre lang die Publikationsabteilung der Handelskammer Hamburg.

 

Termine: Mittwoch, 9.5. und Donnerstag 10.5., jeweils von 11:00 bis 16:00 Uhr

07.05.2018 , ,

Interaktive Medien

 

Das Lehrgebiet Interaktive Medien setzt sich mit den konzeptionellen, kommunikationsspezifischen und technischen Gestaltungsfragen der interaktiven und vernetzten Medien auseinander.
Dabei wird in Seminaren und Projekten auf die Ästhetik und Semiotik digitaler Medien eingegangen und deren Interaktionsprinzipien analysiert. In interdisziplinären Projekten werden verschiedene mediale Inszenierungsformen erprobt, von Informationsdesign und vernetzten Applikationen über Animation und Motion Graphics bis hin zu medientechnologischen Installationen.
Neue Interaktionskonzepte beschränken sich nicht mehr allein auf das Bedienen der Schnittstellen zu Computern, sie werden zunehmend von einer Neuentdeckung menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns geprägt. Neue, soziale Vernetzungsstrategien führten zu einer Umkehrung klassischer Kommunikationsmodelle, aus den Empfängern wurden selbst Sender. Welchen weiteren Einfluss wird diese neue Form des Publizierens auf unser Kommunikationsverhalten und unsere Gesellschaft haben? Damit will sich das Lehrgebiet kritisch und kreativ auseinandersetzen. Bei einer späteren Schwerpunktbildung kann man sich in Projektarbeiten vertiefend mit den Gestaltungsmöglichkeiten interaktiver Medien beschäftigen und das Bachelor-Studium mit einer Thesis im Lehrgebiet Interaktive Medien abschließen.

MASTER-STUDIUM „INTERAKTIVES INFORMATIONSDESIGN”

Nach einem Bachelorstudium kann an der Muthesius Kunsthochschule im Rahmen des Studiengangs Kommunikationsdesign der Master-Schwerpunkt „Interaktives Informationsdesign“ studiert werden. Interaktive Informationsgestaltung beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung auf Monitoren, sondern kann auf vielfältige Weise in die Gestaltung und Inszenierung öffentlicher Informationsräume integriert werden. Und dadurch an Emotionalität und Erfahrbarkeit hinzugewinnen. Als Installation oder Interaktionskonzept tritt sie in Wechselwirkung mit realen Objekten, wird zum Vermittler zwischen Betrachter und Artefakt, wird selbst zur Raumgestaltung.
In diesem Kontext bietet das Informationsdesign eine interdisziplinäre Schnittstelle und knüpft damit an andere Master-Programme des Kommunikationsdesigns und der Muthesius Kunsthochschule an. Dadurch können weitreichende Synergien genutzt und geschaffen werden.

Fragen?
Prof. Tom Duscher T 0431 – 5198-478